Fachberatung, Schulung und Qualifizierung
Wir bieten seit vielen Jahren fachlich fundierte Qualifizierungsangebote rund um das Thema Autismus-Spektrum-Störung an. Die Inhalte werden individuell auf den Bedarf der jeweiligen Einrichtung, des Trägers oder des Unternehmens abgestimmt.
Für wen
Unsere Angebote richten sich an Fachkräfte und Institutionen, in deren Arbeitsfeldern Autismus-Spektrum-Störung relevant ist, insbesondere an
- Fachkräfte in Frühpädagogik, früher Förderung sowie in Kindertageseinrichtungen,
- Fachkräfte in Schule, Bildung, Förderung und schulnahen Unterstützungsangeboten,
- Mitarbeitende in Einrichtungen und Diensten der Behindertenhilfe,
- Mitarbeitende in sozialtherapeutischen, medizinischen und psychosozialen Arbeitsfeldern, insbesondere in Kliniken sowie psychotherapeutischen und fachärztlichen Zusammenhängen,
- Fachkräfte sozialer Dienste sowie Mitarbeitende in Ämtern und Behörden,
- Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sowie Personalverantwortliche in Unternehmen.
Inhalte
- Im Mittelpunkt stehen praxisnahe Inhalte für die Arbeit mit Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung, ihren Angehörigen und ihrem sozialen Umfeld. Vermittelt werden fachliche Grundlagen, Handlungsperspektiven und praxisbezogene Ansätze für Bildung, Förderung, Begleitung, Behandlung, Beratung, Teilhabe und berufliche Zusammenarbeit in unterschiedlichen institutionellen und beruflichen Kontexten.
- Je nach Zielgruppe können somit unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt werden. Für Psychotherapeutinnen, Psychotherapeuten, Ärztinnen und Ärzte in medizinischen und psychosozialen Einrichtungen steht häufig die Diagnostik von Autismus-Spektrum-Störung im Vordergrund, insbesondere die differentialdiagnostische Einordnung, die Erkennung unterschiedlicher Erscheinungsformen und die diagnostische Einordnung im Kontext weiterer psychischer Belastungen.
Ziel ist es, Fachwissen zu vertiefen, das Verständnis für Autismus-Spektrum-Störung zu erweitern und mehr Sicherheit im professionellen Handeln zu gewinnen.
Ablauf
Vor jeder Veranstaltung führen wir ein Vorgespräch mit den Interessierten. Dabei werden Umfang, Inhalte, Zielgruppe und konkrete Fragestellungen gemeinsam abgestimmt. So können die Angebote passgenau geplant und an den jeweiligen Bedarf angepasst werden.
Anfrage
Anfragen nehmen die Mitarbeiterinnen des Zentrums zur Diagnostik und Therapie von Autismus-Spektrum-Störungen entgegen.
Autismus-Spektrum-Störung und Schulbegleitung
Aufgaben einer Schulbegleitung nach § 35a SGB VIII bei Kindern und Jugendlichen mit einer Autismus-Spektrum-Störung in Verbindung mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörungen
Es handelt sich um beispielhafte Vorschläge, welche anhand des konkreten Einzelfalls abgestimmt und angepasst werden müssen.
a. allgemeine Hilfen in der Bewältigung der Alltagsstrukturen in Institutionen sekundärer Sozialisation (Kita, vor allem aber Schule), zum Beispiel:
- Hilfen beim Zurechtfinden im Anforderungsalltag (allgemeine Alltagsabläufe)
- Unterstützung bereits einfacher schulischer Anforderungsstrukturen (zum Beispiel wechselnde Sitzordnungen in verschiedenen Räumen)
- Impulse zum Vorbereiten des Arbeitsplatzes, der Arbeitsmaterialien
anforderungsspezifische Absprachen mit den Pädagogen
b. Hilfen im Unterricht (Selbst- und Handlungsorganisation beim Lernen), zum Beispiel:
- Hilfen bei der eigenen Organisation im Unterricht
- Hilfen bei der Erfassung von Lernaufgaben (Strukturierung der Aufgabensystematik)
- Hilfen für das Ordnen und Anwenden von Arbeitsmaterialien im Unterricht
- Hilfen beim Aufgabenverständnis und Zeitmanagement
- Training von notwendigen Arbeitstechniken
- Lenkung der allgemeinen Aufmerksamkeit des Kindes / Jugendlichen im Zeitverlauf (zum Beispiel durch abgesprochene Zeichen, auch entsprechende Absprachen ä.)
- Lenkung der Aufmerksamkeit auf die konkreten Lernanforderungen
- Kontrolle und Erläuterung von Aufgabenstellungen, durch die Pädagogen
- Strukturierung und Kontrolle der Aufgabenstellungen für die Hausarbeit
c. stressregulatorische Unterstützung
- Unterstützung und Regelung des individuellen Lernstresses durch Beobachtung (schnelle kognitive Erschöpfung)
- Vermeidung lernbedingter Reizüberflutung (Pausen, Zwischenschritte, Entlastungen)
- Organisation von Rückzugsmöglichkeiten in Absprache mit den Pädagogen
- Unterstützung des individuellen Stressmanagements durch Hilfeleistungen, welche zum Beispiel vorher individuell abgesprochen werden
d. Hilfen in der sozialen Orientierung („Interaktionsdolmetscher“), zum Beispiel:
- Erkennen und Verstehen der individuellen „autistischen Besonderheiten“
Der Beziehungsaufbau zum Kind ist die Grundlage.
- Hilfen bei der sozialen Stressregulation (Overload durch soziale Reizüberflutung):
- Welche individuellen Verhaltensweisen des „Stimmings“ (selbstregulative Stresskompensation) lassen einen Overload erkennen?
- Wann treten Overloads auf?
- Neigt das Kind eher zu aggressiven Entladungen (Meltdown) oder/und zu sich verweigerndem Rückzug/Ausblenden der Umwelt (Shutdown), in welchen Situationen?
- Wie kann man einem Overload vorbeugen?
- Welche individuellen Stimming-Methoden lassen sich effektiv anwenden?
- Hilfen beim Erkennen und Verstehen sozialer Symbolik (Klärung von sozialen Missverständnissen)
- Orientierung auf einen angemessenen sozialen Austausch mit den Mitschülern und Lehrern
- Konfliktvermittlung (Erläuterung des Verhaltens für andere)
- Erklärung und Vermittlung von Verhaltensbesonderheiten im Austausch mit anderen Schülern
- Transferarbeit mit den Lehrern und Eltern